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[Der Autor ist mir bekannt]
Johann Wolfgang Goethe - Faust
1. Personen
Faust
Wissenschaftler, betont wohlwollend, redet gerne, sowohl schweigsamer wie auch
neugieriger Gast/Zuschauer (Auerbachs Keller, Hexenküche)
Ziel: absolute Erkenntnis, möchte ganze Welt verstehen
Mephisto
Teufel, Teil des göttlichen Werkes, will das Böse aber schafft immer das Gute,
Narrenrolle ermöglicht Kritik (an Uni, Kirche), Verwandlungskünstler, hat
verbindende Funktion (zieht im Hintergrund die Fäden).
Wichtig: Teufel = Knecht Gottes, ist nicht wirklich frei!
Gretchen
Kleinbürgerlich, Idealistische Frauengestalt (Reinheit, absolute Liebe,
Gläubigkeit, stark Eindringlich), realistische Eigenschaften (Lästern, träumt
von Schmuck etc.), Entwicklung vom Mädchen zur Frau (leidenschaftliche Hingabe
führt zu Sünde, ist aber bereit Konsequenzen zu tragen), wird zu gleichwertigen
Gegnerin von Mephisto durch ihre Ideale selbst in Extremsituationen wie im
Kerker.
Wagner
wissbegierig, hat wenig Gespür, Karikatur (Gelehrter ist etwas besseres als
das Volk)
Schüler
Gretchens Bruder
Marthe
2. Inhalt Kurzform
Mephisto wettet mit Gott um Fausts Seele, dass es ihm gelingen wird, Faust dem
Bösen verfallen zu lassen. Faust verzweifelt über die Beschränktheit der
Menschen und findet keine Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens. Nach
den Naturwissenschaften versucht er sich in Magie, doch auch damit kommt er
nicht weiter und wird nur durch das Erklingen der Osterglocken vom Selbstmord
abgehalten. Am Tag darauf bietet Mephisto Faust übermenschliche Kräfte an,
falls Faust ihm dafür die Seele verspricht und im Jenseits dient. Mephisto soll
die Seele erhalten, sobald Faust sein Ziel erreicht hat und sagt: „Verweile
doch! Du bist so schön!“. Mephisto möchte Faust zum Glück bringen durch
Erfahrung/Leben und nicht durch Erkenntnis. Es folgt ein Rundgang durch die
Welt der sinnlichen Freuden im Auerbachs Keller, was Faust jedoch abstossend
findet. So wird Faust verjüngt (Hexenküche) und macht sich mit Gretchen
bekannt, in welches er sich verliebt. Faust kann Gretchen für sich gewinnen. Um
sie ungestört besuchen zu können, besorgt Mephisto einen Schlaftrunk für ihre
Mutter, welcher sie jedoch tötet. Gretchen wird schwanger. Ihr Bruder Valentin
will sich rächen, er wird jedoch von Faust mit Hilfe Mephistos erstochen. Faust
wird von Mephisto in die Walpurgisnacht zum Hexensabbat mitgenommen. In der
Zwischenzeit hat Gretchen, um der Schande zu entgehen, ihr Kind ertränkt und
wird deswegen als Kindesmörderin zum Tode verurteilt. Faust will mit Mephistos
Hilfe Gretchen vor der Hinrichtung befreien. Gretchen lehnt Fausts Hilfe ab.
Sie akzeptiert den Tod als Strafe für ihr Vergehen und übergibt sich dem
Gericht Gottes. Somit gewinnt Gott gegen Mephisto.
3. Zusammenfassung ausführlich
Prolog im Himmel
Die ganze Geschichte beginnt mit einer Wette zwischen Mephistopheles und Gott.
Mephistopheles hat zu beweisen, dass es leicht sei selbst ein "getreuer
Knecht" vom rechten Weg abzubringen.
Studierzimmer
Währenddessen verzweifelt Faust in seinem Studierzimmer an den unüberwindlich
scheinenden Grenzen der abstrakten Wissenschaften. Er berauscht sich durch
Nostradamus Buch am Zeichen des Makrokosmos, das ihm die wirkende Welt der
Naturkräfte enthüllen soll, aber alles bleibt ihm endlich doch nur
abgeschmackter Trug, ein blosses "Schauspiel nur". Im Zeichen des
Mikrokosmos beschwört er schliesslich den Erdgeist, dessen mächtige flammende
Erscheinung ihn aber völlig niederschmettert. Es ist eben doch nur der
abstrakte Geist der Wissenschaft, den Faust begreift, der nun leibhaftig
verkörpert als sein Famulus Wagner hereintritt. Faust spottet seiner und
schickt ihn endlich verdrossen weg. Des Lebens überdrüssig will der durch Gift
aus dieser engen Erdenwelt scheiden. Doch die morgendlichen Osterglocken und
Chor der Engel, ziehen mit Gewalt den Giftkelch von seinen Lippen.
Osterspaziergang
Auf einem Osterspaziergang erquickt sich Faust kurze Zeit an der erwachenden
Frühlingsnatur und am ausgelassenen Treiben des Volkes. Alle rühmen Faust ob
seiner uneigennützigen Hilfe bei der letzten Pestepidemie, doch eben diese
Ehren trüben wieder seine Laune. Weiss er doch nur zu gut, wie wenig seine
obskuren alchemistischen Künste vermögen, wie oft er Gift statt wahrer Arznei
verabreicht hat. Faust fühlt sich innerlich zerrissen. Schon bricht die
Dämmerung herein, als Faust einen sonderbaren schwarzen Hund erblickt, der die
beiden Spaziergänger umschweift. Wagner erscheint er als ganz gewöhnlicher
Pudel, doch Faust vermeint einen Feuerstrudel auf seinen Pfaden hinterdrein
ziehen zu sehen.
Studierzimmer
Zusammen mit dem merkwürdigen Pudel, der beständig um seine Füsse schleicht,
betritt Faust wieder sein Studierzimmer. Die tiefe Nacht, die mittlerweile
hereingesunken ist, gibt seiner Seele kurzen Frieden, den nur das leise aber
beständige Knurren des Pudels stört. Wenn sich die geistige Wirklichkeit schon
nicht Fausts Seelenblick eröffnen mag, so vermag ihn vielleicht das
geoffenbarte Wort der Heiligen Schrift weiter zu führen. Es drängt Faust, den
heiligen Urtext in sein geliebtes Deutsch zu übertragen. Der Pudel knurrt
bedenklich, dehnt sich als schwarzer Schatten, schwillt zur Grösse eines
Nilpferds. Mit magischen Sprüchen versucht Faust das gespenstische Wesen zu
bannen. Das christliche Zeichen zeigt Wirkung. Mephistopheles muss in
seiner wahren Gestalt erscheinen. Mit Gesang wiegen seine kleinen Helfer Faust
in tiefen Schlaf und Ratten ermöglichen ihm den Austritt. Ein freier Teufel
kehrt des Morgens zurück. So lässt sich gut der Pakt mit Faust schliessen, dem
lange schon vor allem Wissen ekelt und der sich und an den Tiefen der
Sinnlichkeit berauschen will. Das kann Mephisto leicht bieten. Wenn es Mephisto
gelingt Faust in dieser Welt glücklich machen, hat dieser ihm drüben zu dienen.
Auerbachs Keller
In der feucht fröhlichen Atmosphäre von Auerbachs Keller sucht Mephisto Fausts
sinnliche Bedürfnisse zu befriedigen und treibt allerlei Schabernack mit den
trunkenen Gesellen, um Faust zu ergötzen. Doch der ist nur angewidert.
Hexenküche
So soll denn ein Verjüngungstrank aus berufener Hexenhand Faust helfen all die
sinnlichen Genüsse nachzuholen, die er in seiner Jugend versäumt hat. Während
sie auf die Hexe warten, erscheint in einem Zauberspiegel das Bild der schönen
Helena, das Faust ganz in seinen Bann zieht. Mit dem Verjüngungstrank
"siehst du Helenen bald in jedem Weibe"
Strasse
Der Zaubertrank hat seine Wirkung getan und die sinnliche Begierdenkraft in
Fausts Seele erweckt. Als er dem jungen Gretchen, das gerade von der Beichte
kommt auf der Strasse begegnet entbrennt er sofort in heftiger Leidenschaft. Er
befiehlt Mephisto ihm die Dirne zu beschaffen. Jenem ist dabei ziemlich unwohl,
denn über ein so tugendsames, unverdorbenes Geschöpf hat er kaum Macht. Doch
Faust lässt nicht locker. Ein würdiges Geschenk soll Gretchen geneigt machen.
Abend. Ein reinliches Zimmer.
Mephisto führt Faust rasch, ohne dass Gretchen es bemerkt, in deren Kammer und
versteckt ein Kästchen mit Geschmeide dort, das Gretchen, die es alsbald
entdeckt ist entzückt.
Spaziergang
Mephisto ist ausser sich vor Wut. Gretchens Mutter hat den Schmuck, den sie
für unheilig hält, dem Pfaffen übergeben. Faust drängt dazu ihr noch ein
weiteres Geschenk zukommen zu lassen.
Der Nachbarin Haus
Marthe Schwerdtlein, Gretchens Nachbarin, ist nun tatsächlich die ideale
Kupplerin. Gretchen zeigt ihr gerade den neuen Schmuck, den sie gefunden hat,
als Mephisto eintritt. Nachdem er Marthe listig vorgelogen hat, was diese
insgeheim ersehnte, nämlich, dass ihr lange vermisster Ehemann in der Fremde
umgekommen sei, was er selbst und ein zweiter untadeliger Zeuge beeiden
könnten, ist sie sofort bereit, ein Treffen mit diesem in ihrem Garten zu
vereinbaren. Geschickt sorgt Mephisto dafür, dass auch Gretchen dabei sein
wird.
Strasse
Faust erklärt sich, widerstrebend zwar, bereit, als falscher Zeuge
aufzutreten, wenn er dabei nur Gretchen wieder sehen kann.
Garten
Während sich Mephisto galant um Marthe bemüht kann sich Faust ungestört
Gretchen nahen, die, erst noch scheu, ihm endlich mit naiver Offenheit leise
schaudernd ihre Liebe gesteht, die Faust leidenschaftlich erwidert. Die beiden
küssen sich im Gartenhäuschen, werden dabei aber von Mephisto gestört.
Wald und Höhle
Was Faust früher nur abstrakte Naturerkenntnis war wird seinen aufgereizten
Gemütskräften nun zum unmittelbaren, intensiven Erleben. Tiefer vermag Faust
nun aufzufassen, was ihm der Erdgeist einst gegeben hat. Dunkel beginnt er
dabei auch zu ahnen, dass er Gretchen ins Unheil stürzen wird, dass seine
zügellose Begierde sie verderben wird. Er scheut, sie nochmals wieder zu sehen,
doch Mephisto treibt ihn spöttisch weiter.
Gretchen am Spinnrade
Gretchen singt voller Sehnsucht nach ihrem Geliebten: " Meine Ruh ist
hin, mein Herz ist schwer..."
Marthes Garten
So sehr Gretchen Faust liebt, so selig sie ist, als sie ihn in Marthes Garten
wieder sieht, beunruhigt ihr tief gläubiges Gemüt doch wie es um seine
Religiosität steht. Fausts überschwängliches Glaubensbekenntnis rührt zwar ihr
Herz, aber beruhigt sie nicht ganz. Mephisto vor allem ist ihr, die sonst allen
Menschen gut ist, zutiefst zuwider; sie fürchtet seine düstere Gegenwart. Gerne
würde sie Faust in ihre Kammer lassen, doch fürchtet sie von der Mutter
überrascht zu werden. Faust gibt ihr ein Fläschchen.
Am Brunnen
Lieschen zieht über Bärbelchen her, die ein Kind erwartet. Gretchen, die
Fausts Kind unter dem Herzen trägt, kann nicht mittratschen, ist nun selbst der
Sünde bloss
Zwinger
Inbrünstig betet Gretchen vor dem Andachtsbild der Mater dolorosa.
Nacht. Strasse vor Gretchens Tür.
Valentin, Gretchens Bruder, stellt Faust auf nächtlicher Strasse zum Zweikampf
und fällt durch Faust Klinge, die durch Mephistos Zauberkraft geführt wird.
Faust und Mephisto entfliehen. Gretchen sinkt weinend an der Seite ihres
Bruders nieder, doch dieser weist sie, sterbend, zurück.
Dom
Angsterfüllt und aufgewühlt von Schuldgefühlen stürzt Gretchen zum Dom, Orgel
und Gesang erklingen, die Stimme des Bösen Geistes ertönt. Gretchen stürzt
ohnmächtig zu Boden.
Walpurgisnacht
Mephisto zieht Fausts tief erschütterte Seele auf den Blocksberg in das wüste
Walpurgisnachtsgeschehen um ihn von seinen Gewissensqualen abzulenken.
Flackernde Irrlichter, besenreitende Hexen und andere sonderbare Geister
erfüllen die ganze Szenerie, die sich in ungestüm bewegten Traumbildern
entrollt. Lilith erscheint, Adams erste Frau, eine schöne Hexe drängt sich
lüstern an Faust heran und tanzt mit ihm – bis dieser plötzlich zur Seite
schleudert und die ganze Szene erstarrt. Er hat ein seltsames blasses Mädchen
in der Ferne erblickt – Gretchen; ihr ganzes Elend enthüllt sich Fausts
visionären Blick
Walpurgisnachtstraum
Mephisto sucht Faust durch ein rasch inszeniertes Spektakel abzulenken.
Obereon und Titanie, Ariel und Puck und andere Gestalten bevölkern die Szenerie
– doch zu spät, es gelingt ihm nicht, Fausts Seele wieder einzulullen.
Trüber Tag. Feld
Faust macht Mephisto bitterste Vorwürfe, dass er sie über Gretchens Elend im
Unklaren gelassen hat. Ihre Mutter ist an dem Schlaftrunk gestorben. Vom
Wahnsinn ergriffen hat Gretchen ihr Kind ertränkt und wurde deswegen in den
Kerker geworfen und soll hingerichtet werden. Faust befiehlt Mephisto, alles zu
ihrer sofortigen Befreiung zu unternehmen.
Kerker
Mit schauderndem Gefühl nähert sich Faust dem Kerker: Von drinnen hört man
Gretchen singen. Vergeblich versucht Faust, Gretchen aus dem Gefängnis zu
retten. Sie scheint ihn nicht zu erkennen, ihr Geist ist verwirrt. Doch der
Anblick von Mephistos düsterer Gestalt zerreisst für einen Moment den Schleier
des Wahns. Reuig befiehlt sie sich der Gnade Gottes an. Es graut ihr selbst vor
Faust. "Sie ist gerichtet!" ruft Mephisto. Doch aus der Höhe ertönt
eine Stimme "ist gerettet". Mit den Worten "Her zu mir!"
reisst Mephisto Faust mit sich fort.
4. Themen
-
Endlichkeit der Wissenschaft
-
Kritik an der zu theoretischen Wissenschaft der damaligen Zeit und ihrem
Stellenwert
-
Kritik am Ständesystem
-
Faust ist auf das Diesseits bezogen, das Jenseits und die Religion rücken in
den Hintergrund
-
Status der Religion (Gretchen streng gläubig, Faust hat starke Zweifel)
-
Der strebende Mensch --> Weiterentwicklung
-
Verantwortung setzt dem Streben Grenzen
-
Universitätssatire (Wagner-Faust, Studenten = Ameisen die nichts durchschauen;
Mephisto-Schüler, Schüler sind Doktoren ausgeliefert)
5. Wichtige Textstellen
Vorspiel
Lustige Person (Schauspieler), Theaterdirektor und Dichter teilen ihre
Ansichten über ein gutes Theaterstück mit. Faust soll nun ein solches sein.
Z.T. kommen solche Ansichten während dem Stück ziemlich deutlich hervor, Bsp.
Kerker-Szene wo alle Bereiche des Kosmos wieder vorkommen, wie es Theaterdirex
möchte.
Prolog im Himmel
Wette zwischen Gott und Teufel, wird deutlich dass Teufel nur Knecht Gottes
ist!
Nacht
Faust denkt, er sei besser als die anderen, ein Ebenbild von Gott. Sieht sich
dann aber nur noch als Wurm im Dreck, will deshalb auf anderem Weg zur
Erkenntnis gelangen durch Selbstmord, misslingt (wegen Osterglocken und
Engelgesang).
Vor dem Tor
Hund-Szene: Faust deutet Verhalten des Hundes im übertragenen Sinn, sieht aber
dadurch, dass er die Welt noch nicht so erkennt, wie er gerne möchte.
Wald und Höhle
Zu Beginn: Faust geniesst Wunder der Natur, hat Glücksgefühl das mit der Liebe
zu tun hat. Höhepunkt von Faust I! Danach kippt Glücksgefühl, Faust möchte dass
alles so bleibt, dass Mephisto nichts mehr macht. Macht Andeutung darauf, dass
es kein Happyend geben wird. (Antipathie zu Mephisto!)
Gretchens Stube
Seht sich nach Faust, sieht aber dass sie nie glücklich werden können.
(2.Absatz S.98: Vorahnung Tod; 1. Absatz S.99: Vorahnung verrückt zu werden;
letzter Absatz S.99: sexuelle Wünsche.
Marthes Garten
Gespräch über Religion: Gretchen hat konservative Auffassung. Faust moderater,
glaubt eher an Gott in Natur, ist jedoch im Dilemma da er mit Teufel zusammen
unterwegs ist. Er kann nicht unbedingt sagen, dass er an Gott glaubt.
Kopf-Szene [:-) und (-: ] zeigt, dass Mephisto ein Teil von Faust (Teufelchen
in einem drin), und dass Gretchen in Faust nicht nur die gute Seite sieht.
Am Brunnen
Gespräch Lieschen-Gretchen zeigt patriarchalisches System (Vater des Kindes
wird entschuldigt, Frau aber nicht. --> Wird von jungen Frauen selbst
gestützt). --> Grund dass es so lange dauerte bis Emanzipation durchgesetzt
wurde.
Nacht. Strasse vor Gretchens Türe
Mephisto verleitet Faust zu Mord. Dies hat Bezug zur Wette: Mephisto denkt,
wenn sich Faust teuflisch verhält, will ihn Gott sicher nicht mehr in den
Himmel aufnehmen. Gretchen hat sich verändert seit sie mit Faust zusammen ist.
Valentin liebt nur das vollkommene Bild von Gretchen und das ist nicht mehr da.
Also will er sich an dem rächen, der dafür verantwortlich ist.
Dom
Anspielung auf Schuld an Mutters Tod und Schwangerschaft (Z. 3777-3778 bzw.
3791) Fällt in Ohnmacht weil sie schwanger ist.
Walpurgisnacht
Irrlichter = Faust ist auf Irrweg, hat Gretchen im Stich gelassen da er auf
Flucht ist wegen Mord an Valentin. Faust kommt ins Reich von Genuss und Geld,
weit weg vom Weg der Erkenntnis
Walpurgisnachtstraum
Traum von Happyend, wie es bei Faust und Gretchen auch hätte sein können.
Kerker
Gretchen will nun Busse tun für alle ihre Sünden (Kindesmord, Tod von Bruder
u. Mutter), Faust versteht das nicht recht, will Gretchen retten, will dass sie
das einfach vergisst und neu beginnt.
-> Mensch muss sterben, wenn gestrebt, dann kann er von Gott gerettet
werden. (fortschrittliches Gottesbild)
Klassik (1788 – 1805)
-
lat. Klassik: classicus = zur ersten Steuerklasse gehörend
-
Renaissance: Klassik = Antik
-
Ausweitung des Begriffes: Klassik = musterhaft, vorbildlich
-
Übertragung des Begriffes
Klassik = eine kulturelle Hochleistung eines Volkes
lit. -> Höhepunkt einer Entfaltung einer Nationalliteratur
Das klassische Schönheitsideal verbindet Verstand und Gefühl, Geist und Natur.
Idealbild
Der Mensch soll gut, edel und hilfreich sein. Er ist im Denken und Fühlen
ausgeglichen, gesunder Körper und gesunder Geist sollen harmonieren. Ideale
sollen in dieser Welt verwirklicht werden. Verbindung von Geist und Natur.
Erziehung strebt danach diese Ziele zu erreichen.
Entelechie
Jeder Mensch hat ein Ziel in sich, dass er zu erreichen versucht. Erziehung
soll dabei behilflich sein.
Das Humanitätsideal der Klassik drückt sich durch die Menschen aus, die
ausgeglichen sein sollen
Vertreter dieser Idee: Humboldt: "Human ist der im Denken und Fühlen
ausgeglichene Mensch. Dieser Mensch ist das Produkt einer göttlichen Idee und
Abbild Gottes. Dieser Mensch lässt sich nicht einengen durch nationalistische,
religiöse Gedanken." Die Klassik versucht dieses ideale Menschenbild in
die Praxis umzusetzen; Winkelmann, Kant: kategorischer Imperativ.
Klassik
Zentrales ist das Schöne, Harmonie, Ausgewogenes zwischen Kopf und Herz.
Darstellung der vollendeten, diesseitigen Persönlichkeit, Person hier und
jetzt, Streben nach Humanität, nach dem Guten, Wahren und schönen (ist das
höchste Ziel menschlichen Lebens, selbst im tragischen Scheitern -> Faust).
7. Goethe
1765 begann Goethe auf Wunsch seines Vaters ein Jurastudium. Sein Geist
strebte nach anderem und so entstand in jener Zeit in Leipzig seien erste
Lyrik. Ein Lungenleiden veranlasste die Rückkehr ins Elternhaus wo er 1768/69
unter dem Einfluss von pietistischer und mystischer Lektüre stand. Zur
Fortsetzung des Studiums ging Goethe im Frühjahr 1770 nach Strassburg. Bald
fand er seinen Durchbruch zum Sturm und Drang. In jener Zeit entstanden
berühmte Werke wie bsp. "Die Leiden des Jungen Werthers".
Im November 1775 folgte Goethe einer Einladung des Herzogs Karl August nach
Weimar, wo er einen literarisch engagierten Hofkreis vorfand. Seine Aufgabe als
Erzieher und Minister bestimmte seinen weiteren Berufsweg: er leitete die
Gebiete der Finanzen, des Bergbaus, des Militärwesens, später auch das Theater
und das Bildungswesen. In Weimar entstanden die grossen Werke der Reifezeit. Im
September 1786 brach er zu seiner ersten italienischen Reise auf. (Rom, Neapel
und Sizilien) In Italien vertiefte Goethe durch die Begegnung mit der Antike
seine dichterischen und ästhetischen, aber auch die naturwissenschaftliche
Anschauungen und suchte besonders den Kontakt zu bildenden Künstler. Seine
frühere Dichtung und Gesinnung wurde hier zum Klassischen umorientiert.
Rückkehr nach Weimar 1788. 1806 heiratete er die Mutter seines 1795 auf die
Welt gekommenen Sohnes. 1791 übernahm er die Leitung des Hoftheaters. Ausserdem
beschäftigte er sich mit naturwissenschaftlichen Studien. In seinen damals
entstandenen Werken sich Goethe mit der Frz. Revolution auseinander. 1794
lernte er Schiller kennen, mit dem er bis zu seinem Tode eng zusammenarbeitete.
Daraus entstand die Grundlage der Hochklassik: das Ideal der harmonischen
Ausbildung des Individuums. Nach dem Tod Schillers veränderte sich das
literarische Leben am Weimarer Hof. Der Kreis der Romantik in Jena wurde für
Goethe immer wichtiger. Aus der Auseinandersetzung mit den romantischen
Vorstellungen von Ich, Bewusstsein, Volk und Zeit entstanden Goethes
"Sonette". Mit dem Sturz Napoleons 1808 begann Goethes Alterperiode.
Bezeichnend für jene Zeit ist die autobiographische Beschäftigung mit dem
eigenen Leben als Kunstwerk: "Aus meinem Leben. Dichtung und
Wahrheit". usw. Ab 1827 bezeichnet Goethe die Arbeit am Faust als seine
Hauptbeschäftigung.. 1831 versiegelte er das Manuskript des abgeschlossenen
Dramas.
8. Diverses, Geschichtliches
Vergleich Prolog im Himmel mit Hiob:
Bibel: guter Mensch = arbeitender Mensch, man bleibt immer an gleicher Stelle,
zu Gott beten
Goethe/Faust: Leben = Streben nach Höherem, Erkenntnis, Erfahrung, Mensch soll
mit Welt arbeiten.
Faust kommt von Dr. Johannes Faust (1480-1540), auf welchem die Historia von
Dr. Johann Fausten (1587) beruht. --> um 1600 vier wesentliche Figuren:
Faust, Hamlet, Don Quijote und Don Juan, da Renaissance, Wiedergeburt, Mensch
im Zentrum etc.)
9. Theater Urfaust
Aktualisierung, stark gekürzt, Urfaust ist aber nie so lange wie Faust I. In
Faust I fehlen folgende Szenen: Prolog im Himmel, Vorspiel Theater,
Suizidversuch, Pudel, Ostern, Spaziergang, Mord an Valentin, Walpurgisnacht,
Hexenküche, Verjüngung, Ende mit Rette mich v. Engel (Urfaust ab
Studierzimmer!)
Weggelassen wurden: Spaziergänge, Erdgeister, Wagner, Auerbachs Keller,
Student, Am Zwinger (alles magische, somit wurde Stück auf Boden zurückgeholt)
Verändert: Valentin (spricht eigentlich nicht), Gretchen+Marthe verquickt und
aufgesplittert, d.h. beide verkörpern Gretchen aber z.T. mit Text von Marthe.
Damit wird Beliebigkeit des Gretchens gezeigt, d.h. dass Faust einfach Frau
will, egal welche; dynamischer).

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